Ernstes Thema: Rechts im Fußball

Als wir gestern Abend vom Spieldesaster auf dem Weg nach Hause waren und im strömenden Geniesel über die Hauptstraße liefen, kamen wir an einer größeren Gruppe Jugendlicher Fußballfans vorbei, die in einer Hofeinfahrt herumstanden, in voller Montur mit Fahnen, Ketten, Flaggen, T-Shirts,…, Bier und Gegröhle.

Nun ja, das übliche „Nach-dem-Fußball-Rumgeschreie“ eben. Dachten wir.

Als wir allerdings etwas weiter gelaufen waren, konnte man unter den Gesängen plötzlich rechte Texte hören. „S*g H*l“ und „Kroaten verg*sen“.

Wir konnten es kaum glauben.

.

Tatsächlich haben wir den Eindruck, dass solche Sprüche unter den Jugendlichen wieder mehr „in Mode“ kommen. Zwar will ich den jungen Leuten mit 15 Jahren noch nicht die entsprechende Gesinnung unterstellen – in diesem Alter will man schockieren und offenbar gibt es nicht mehr viel, das heute in ähnlicher Weise schockiert -, aber äußerst erschreckend und alarmierend ist es doch.

Erschreckend vor allem auch, wie die Reaktionen auf der Hauptstraße waren – nämlich keine. Das ist uns schon häufiger aufgefallen: Jugendliche pöbeln andere an, natürlich immer in größeren Gruppen, und keiner reagiert. Oft reicht schon, einmal laut hinüberzurufen, dass sie aufhören sollen, damit sie eine Reaktion auf ihr Verhalten bekommen und merken, dass es wahrgenommen wird.

Wir haben denn gestern auch einem Polizeiwagen, der in der nähe stationiert war, Bescheid gegeben, der daraufhin bei den jugendlichen Schreiern vorbeigefahren ist.

.

Zum Rassismus im Fußball gibt es hier interessante Beiträge: die Website „Störungsmelder„, die aktuell mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden ist, wendet sich gegen rechts. Unter anderem schreibt Thomas Hitzelsperger, zu dem auch der oben genannte Link führt, zu dem Problem im Fußball.

.

Wir haben den Eindruck, dass gerade unter den Jugendlichen die Stimmung insgesamt rassistischer und ausländerfeindlich, im Besonderen auch „rechter“ geworden ist. Gerade hier in der Stadt scheint die Stimmung in diese Richtung zu kippen – bei einer bekannten Universitätsstadt, in der sehr sehr viele internationale Studenten studieren und arbeiten, eine erschreckende und alarmierende Entwicklung.

.

Wie seht ihr das? Habt ihr entsprechende Erfahrungen gemacht? Was könnte man dagegen tun?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: