Archive for the WM 2010 Category

Frankreich: Eine Grande Nation verliert an Boden

Posted in Am Rande, Frankreich, WM 2010 with tags , on Juni 21, 2010 by simed

Vor vier Jahren führte der legendäre Zidane die Equipe Tricolore ins Finale der Weltmeisterschaft. Doch was ist von dem damaligen Glanz übrig geblieben?
Nicht viel, wie die letzten Nachrichten zeigen.
Der Rauswurf von Anelka und die Machtlosigkeit von Domenech zeigen, dass das Team sich aufgegegeben hat.

Nach dem Spiel gegen Mexiko wurde Domenech zu der Situation der Bleues gefragt und es schien, als hätte selbst der Trainer keine Ahnung, in welcher Verfassung sich sein Team befindet.
In Frankreich reagiert man mit Galgenhumor, wie die vielen Parodien auf YouTube verraten – hier etwa:

Ich bin gespannt, wie sich die Equipe im letzten Spiel zeigen wird und welche Konsequenzen auf oberster Ebene gezogen werden. Die Einschätzung von Zidane, dass Frankreich noch Weltmeister werden könne, scheint eher eine ironische Bemerkung des ehemaligen Weltklassespielers zu sein anstatt eine realistische Beurteilung der Situation. Doch wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt.

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„Bei den englischen Torwarten muss man mit allem rechnen“ (Günter Netzer)

Posted in English goalkeeper, Spiele, WM 2010 with tags , , , , , , on Juni 13, 2010 by simed

Nach dem gestrigen Spiel zwischen England und den USA hat sich das Team um den ehrgeizigen Trainer Fabio Capello aus der Favoritenliste gestrichen. Diese Meinung vertraten jedenfalls einige Experten. Doch kann man nach dem ersten Spiel schon  Rückschlüsse auf die Stärke des englischen Teams ziehen?
Sicherlich hat die Mannschaft nicht den begeisternden offensiv wie defensiv besten Eindruck hinterlassen, den sie noch in der Qualifikationsrunde erweckt hat. Doch glaube ich, dass mit den Three Lions noch zu rechnen ist, vorausgesetzt sie setzen einen Mann zwischen den Pfosten, der den Namen Torwart verdient.

Was sich Robert Green in der vierzigsten Minute geleistet hat, reiht sich ein in die lange englische Tradition der schlechten Goalkeeper. Mit einem Schüsschen von Clint Dempsey ließ sich Green überwinden und brachte Capellos Team um die drei Punkte und den ersten Sieg.
Bei ersten WM-Spiel von 2006 konnte das Team unter den damaligen Trainer Sven-Göran Eriksson gegen Paraguay zwar drei Punkte mit nach Hause nehmen. Aber auch damals lieferte das englische Team keine überzeugende Leistung: „[W]ir müssen besser spielen, und das werden wir auch“, kündigte Sven-Göran Eriksson damals an. Geleistet haben sie das dann aber nicht…
Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen 2010 und 2006 ist die eklatante Schwäche der Torwarte. Während vor vier Jahren Robinson mit unkontrolliertem Herausstürmen seine Vorderleute schockte, schaffte es Green mit seiner Aktion, dass die Abwehrspieler lieber den Ball ins Seitenaus befördern, anstatt ihrem Torwart anzuvertrauen. Wie ein Vertrauensverhältnis zwischen Team und Schlussmann wieder aufgebaut werden soll, wird sich im Verlaufe des Turniers zeigen.
In seiner heutigen Online-Ausgabe beschreibt das Boulevardblatt „Sun“ die eklatante Torwartschwäche mit einem Fluch. Was auch nachvollziehbar ist, wenn man sich die „Goali“-Fehler der letzten Jahre anschaut:
Paul Robinsons legendäre Fußballeinlage im Qualifikationsspiel zwischen England und Kroatien, das die Three Lions mit 0:2 verloren.

Oder David Seamans Flugeinlage bei der Weltmeisterschaft 2002.

Ich bin gespannt, ob wir noch mehr Beispiele von Greens Torwartqualitäten zu sehen bekommen. 😀